Die Situation ist vielen Einkäufern vertraut: Man hat mehrere Angebote für denselben Service vor sich – aber alle in unterschiedlichem Format. Das ist nicht ungewöhnlich, denn jedes Transportunternehmen kalkuliert anders – aufgrund unterschiedlicher Dienstleistungen und Betriebsmodelle.
Wie kann man Transportpartner sinnvoll vergleichen?
Diese Herausforderung ist für viele Logistikprofis Alltag. Aber warum ist Ausschreibung so schwierig – und was kann man dagegen tun?
Preise werden gerne genannt, aber ein Vergleich ist fast unmöglich
Transportunternehmen geben ihre Preise meist offen an. Die eigentliche Schwierigkeit liegt woanders: Der Preis ist nicht versteckt, sondern in verschiedenen Systemen und Modellen zersplittert.
Je größer das Transportvolumen, desto komplexer wird der Vergleich. Anbieter haben unterschiedliche Spezialisierungen, Standorte und Preisstrukturen – selbst die größten Marktteilnehmer unterscheiden sich erheblich.
Der Dschungel der Preisstrukturen
Transportpreise beinhalten weit mehr als nur die eigentlichen Frachtkosten. Typische Zusatzkosten sind z. B.:
- Treibstoffzuschläge
- Hafen- und Warengebühren
- Mautkosten
- Schwefel- und Emissionszuschläge
- Kosten im Zusammenhang mit EU-Vorgaben (z. B. Mobility Package)
Einige Spediteure weisen diese Kosten separat aus, andere fassen sie in einem Gesamtpreis zusammen. Das Ergebnis ist ein unübersichtliches Preisgefüge, das fundiertes Branchenwissen und viel Zeit für einen echten Vergleich erfordert.
Fehlender Überblick über die eigenen Kosten
Ein weiteres zentrales Problem: Vielen Unternehmen fehlt der Gesamtüberblick über ihre Transportkosten. Oft sieht die Situation so aus:
- Das ERP-System zeigt die Bestellung, aber nicht die Transportkosten
- Das Abrechnungssystem ist separat – keine Datenverknüpfung
- Niemand sammelt, verknüpft oder analysiert diese Informationen
Das bedeutet: Die Daten sind technisch vorhanden – aber das Unternehmen weiß nicht, wie man sie richtig nutzt. Häufig verfügen die Anbieter über bessere Daten als die Einkäufer.
Was kostet mangelnde Transparenz?
Wenn Transporte nicht regelmäßig ausgeschrieben werden, steigen die Kosten schleichend – typischerweise um 3–6 % pro Jahr. Nach drei Jahren kann das einen Anstieg von fast 20 % bedeuten.
Regelmäßige Ausschreibungen können Einsparungen von 5–15 % bringen. Es geht dabei nicht nur um Geld, sondern auch darum, für jede Route, jedes Volumen und jede Serviceanforderung die beste Lösung zu wählen.
Die Lösung liegt in Technologie und Know-how
Transparenz bei Transportkosten erfordert sowohl technisches als auch marktspezifisches Fachwissen. Es reicht nicht aus, Preise zu sammeln – man muss sie auch korrekt analysieren und vergleichen können.
Laut Bridgenext-Bericht hatten im Jahr 2024 rund 90 % der Supply-Chain-Leiter mit massiven Störungen zu kämpfen. Moderne Analysetools ermöglichen heute:
- Die Verknüpfung aktueller Frachtpreise und Zuschläge
- Ausschreibungen für Hunderte von Routen
- Visualisierte Vergleichsdaten zur schnellen Entscheidungsfindung
Wann hast du deine Transporte zuletzt ausgeschrieben?
Transparenz bei Transportkosten ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Wenn deine Daten heute noch zersplittert sind – sie müssen es nicht bleiben.
Stelle dir bei deiner nächsten Logistikentscheidung folgende Fragen:
- Weiß ich wirklich, was meine Transporte kosten?
- Kann ich Alternativen effizient vergleichen?
- Wann habe ich meine Transportkosten zuletzt ausgeschrieben?
Triff datenbasierte Entscheidungen. Spare Zeit. Vermeide unnötige Ausgaben.
